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3 Jahre mit Bonnie


3 Jahre ist meine Hündin Bonnie nun bei mir.

3 Jahre, die ich mir ganz anders vorstellte.

3 Jahre, die mein Leben veränderten.

Am 27. September 2014 kam Bonnie von Rumänien nach Deutschland. Ich werde nie vergessen, wie ich sie das erste Mal sah, inmitten der vielen anderen Hunde. Als ich sie aus dem Transporter hob, wusste ich nicht, dass sie ein Angsthund ist und wie viel Geld, Zeit und Energie sie mich kosten wird. Noch weniger jedoch ahnte ich, wie viel ich durch sie lernen werde und wie sehr sie mein Leben bereichern wird.


Alexandra Dusin Fotografien

1096 Tage als alleinerziehende Hundemama waren nicht immer einfach. In dieser Zeit habe ich unglaublich viel erlebt, gelacht, geweint und vor allem auch gelernt.

3 DINGE, DIE ICH IN DEN 3 JAHREN MIT BONNIE GELERNT HABE:

Hunde machen das Leben schöner.

Ein Satz, den man oft hört und der doch so wahr ist. In den letzten drei Jahren habe ich mich nicht einmal einsam gefühlt, ich habe nie alleine geschlafen, nie alleine gegessen, ich habe mich immer gefreut, nach Hause zu kommen und wurde stets freudig begrüßt (selbst wenn ich nur kurz den Müll rausgebracht habe). Meine Füße wurden an kälteren Tagen im Bett warmgehalten (zum Glück wiegt Bonnie nur 14 kg), auf unseren Spaziergängen habe ich viele Menschen kennengelernt, neue Bekanntschaften und auch tolle Freundschaften geschlossen. In schlechteren Zeiten war ich nie alleine, Bonnie war immer da, kuschelte sich an mich, ließ sich von mir bequatschen, munterte mich auf und zwang mich trotz allem immer wieder das Haus zu verlassen und auf andere Gedanken zu kommen. Sie zeigte mir, wie schön und wohltuend Spaziergänge sind – egal, ob die Sonne scheint, ob es regnet oder schneit. Ich bin mir sicher, dass jede/r Hundehalter/in mir hierbei zustimmt: durch ihre Art und Weise machen Hunde das Leben nicht nur spannender, sondern auch lebenswerter.

Hunde machen dich zu einem besseren Menschen.

Als alleinerziehende Hundemama habe ich gelernt, volle Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen. Bonnie ist zwar kein Baby, ist aber dennoch ihr Leben lang auf mich angewiesen und es ist meine Pflicht als Halterin, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Außerdem bin ich durch sie und unser Training viel geduldiger und gelassener geworden – ganz zu schweigen von der vielen Bewegung an der frischen Luft. Meine Welt hat sich wesentlich geändert. Ich habe gelernt, dass es wichtiger ist, das zu tun, was dich glücklich macht – anstatt das zu tun, was von dir erwartet wird. Ich habe Englisch und Spanisch studiert, wollte promovieren und habilitieren. Dann kam Bonnie und ich habe meine Leidenschaft für Hundetraining entdeckt. Mit dem Masterabschluss frisch in der Tasche änderte ich meine Zukunftspläne und werde nun Hundetrainerin. Ich genieße das Leben und arbeite und lerne nicht mehr nur für die weit entfernte Zukunft. Materielle Dinge haben genauso an Bedeutung verloren - viel wichtiger sind die Momente geworden, die ich mit meinen Lieblingszwei- und -Vierbeinern verbringen kann. Das Beste an Hunden ist zweifellos, dass sie uns zeigen, im Moment zu leben und diesen auch zu genießen.


Désirée Link

Man bekommt nicht den Hund, den man will –

man bekommt den Hund, den man braucht.

Ich wollte ursprünglich einen Border Collie, einen aufgeweckten Hund, mit dem ich täglich stundenlang spielen, trainieren und Sport treiben kann. Ein Hund, dem ich ganz viele Tricks beibringen kann, den ich problemlos mit in die Stadt ins Café nehmen kann, der mich in Notsituationen verteidigt, furchtlos und aufgeschlossen Neuem gegenüber und für jedes Abenteuer allezeit bereit ist.

... Und dann kam Bonnie. Ein Angsthase, der sich vor dem Wind oder einem Gänseblümchen auf der Wiese fürchtete, der förmlich in Panik geriet, wenn ich nur nieste oder hustete. Trotz unseres Trainings kann ich Bonnie heute nicht in die Stadt mitnehmen, ich kann sie nicht zu Grillfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschen mitnehmen, wir können kein Agility machen, wir können keine Hundeevents besuchen, wir können nicht mal an einem Gruppenspaziergang mit fremden Menschen und Hunden teilnehmen. Und doch ist sie der richtige Hund für mich. Denn sie läuft brav neben mir an der Leine, wenn ich Fahrrad fahre, im Büro liegt sie ruhig auf ihrem Platz und lässt mich arbeiten, wenn es regnet, fährt sie problemlos mit mir im Bus mit, als ich noch Studentin war, legte sie sich ruhig unter die Hörsaal-Bänke, sodass niemand sie bemerkte, habe ich Termine, kann ich sie problemlos mehrere Stunden alleine zu Hause lassen...

Und dass sie nach wie vor ein Angsthund ist, macht meinen Alltag zwar nicht immer einfach, doch habe ich mittlerweile einen Weg gefunden, mein Leben so zu gestalten, dass es nicht durch mein Angsthäschen eingeschränkt ist.

Das Beste an den drei Jahren mit Bonnie ist jedoch, dass ich in dieser Zeit meine Leidenschaft für (Problem-)Hunde entdeckte

– und aus Leiden wurde Leidenschaft.