Amazon.de Widgets Die wichtigsten Infektionskrankheiten bei Hunden IV
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Die wichtigsten Infektionskrankheiten bei Hunden IV


... In den vorherigen drei Teilen habe ich einen Überblick über virale und bakterielle Infektionskrankheiten gegeben. In diesem Teil möchte ich euch nun einige parasitäre Infektionskrankheiten vorstellen: Babesiose, Leishmaniose, Hepatozoonose, Fuchsbandwurm, Hundebandwurm, Spulwürmer und Giardien.


Pixabay License: Monoar

13. BABESIOSE

Babesiose ist eine durch Vektoren übertragene parasitäre Infektionskrankheit. Wie auch bei der Borreliose, Anaplasmose und Ehrlichiose wird diese Krankheit durch Zecken übertragen. Im Norden findet sich hauptsächlich die Auwaldzecke, im Süden eher die braune Hundezecke. Babesiose-Erreger befallen und zerstören die roten Blutkörperchen.

Infektion

parasitär (durch Vektoren)


Übertragung

Zeckenbiss


Symptome

symptomlos bis Fieber, Gelbsucht, rotbrauner Urin, Lahmheit, Leber-Milz-Schwellung, Netzhautablösung


Prophylaxe

schnelle Entfernung der Zecke

und/oder Zeckenprophylaxe (Abwehr durch Spot-Ons, Halsbänder, Tabletten)

oder Impfung


Therapierbar

ja


Zoonose

nein, Babesiose kann nicht von Hunden auf uns Menschen übertragen werden

Pixabay License: danielbahrmann




14. LEISHMANIOSE

Leishmaniose ist die bekannte "Sandmücken-Krankheit", da sie durch die Sandmücke übertragen wird. Die Ansteckungsgefahr ist in südlichen Ländern (wo die Sandmücken leben) relativ hoch; Leishmaniose kann aber auch nach Deutschland gebracht werden.


Infektion

parasitär (durch Vektoren)


Übertragung

Sandmückenstich


Symptome

Abmagerung, Hautveränderungen (schuppige, eitrige und/oder haarlose Stellen),

massives Krallenwachstum, Anschwellung der Lymphknoten, Leber und Milz,

Nasenbluten, Augenerkrankungen, Nierenversagen, Lahmheiten, Fieber


Prophylaxe

Abwehrmittel gegen Sandmücken oder Impfung


Therapierbar

ja, aber nicht 'heilbar' (die Leishmanien lassen sich nicht eliminieren)


Zoonose

nein


Pixabay License: Emphyrio



15. HEPATOZOONOSE

Hepatozoonose ist eine weitere durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Hunde stecken sich mit dem parasitären Einzeller durch das Verschlucken der braunen Hundezecke an. Aufgrund ihres Vorkommens in Mitteleuropa wird Hepatozoonose oft auch als "Mittelmeerkrankheit" bezeichnet


Infektion

parasitär (durch Vektoren)


Übertragung

Verschlucken der braunen Hundezecke


Symptome

Fieber, Anämie, Durchfall, Muskelschwäche, epileptiforme Anfälle


Prophylaxe

-


Therapierbar

ja


Zoonose

nein


Pexels License: Dilan Lee



16. FUCHSBANDWURM




Der Fuchsbandwurm gehört zur Gruppe der Bandwürmer. Der Fuchsbandwurm lebt im Dünndarm von Füchsen, Marderhunden, Hunden und Katzen. Dort produziert der Fuchsbandwurm Eier, welche ausgeschieden werden und wiederum von Zwischenwirten (Flöhe, Mäuse, kleine Nagetiere) aufgenommen werden. Hunde infizieren sich meist durch die Aufnahme von einem Zwischenwirt mit den entwicklungsfähigen Larven.


Infektion

parasitär (über Wirte)


Übertragung

Aufnahme eines Zwischenwirtes (Flöhe, Mäuse, kleine Nagetiere)

oder auch durch Aufnahme eines Endwirtes (Beutetier mit Bandwurmbefall)


Symptome

keine (letztendlich nur der Tod)


Prophylaxe

-


Therapierbar

ja


Zoonose

ja




17. HUNDEBANDWURM



Der Hundebandwurm gehört, wie der Fuchsbandwurm, zur Gruppe der Bandwürmer. Auch der Hundebandwurm lebt im Dünndarm von Endwirten und wird durch die Aufnahme von Zwischenwirten übertragen. Zwischenwirte können kleine Nagetiere, aber auch größere Tiere wie Rinder, Schafe oder Schweine sein. Auch der Mensch kann ein Zwischenwirt sein.

Infektion

parasitär (über Wirte)


Übertragung

Aufnahme eines Zwischenwirtes

oder auch durch Aufnahme eines Endwirtes (Beutetier mit Bandwurmbefall)


Symptome

keine (letztendlich nur der Tod)


Prophylaxe

-


Therapierbar

ja


Zoonose

ja




18. SPULWÜRMER

Spulwürmer gehören zu den Rundwürmern; ihr Aussehen erinnert an Spaghetti. Hauptsächlich sind Welpen betroffen, welche sogenannte Wurmbäuche (auffällig dicke Bäuchlein) haben. Welpen stecken sich durch die Gebärmutter oder über die Muttermilch ihrer infizierten Mutter an. Erwachsene Hunde können sich durch infektiöse Eier aus der Umwelt oder durch die Aufnahme von infizierten Wirten wie Mäusen anstecken. Regelmäßige Kotuntersuchungen sind hier empfehlenswert.


Infektion

parasitär


Übertragung

Aufnahme von infektiösen Eiern aus der Umwelt,

Aufnahme von infizierten Wirten (Mäuse),

bei Welpen über Gebärmutter oder Muttermilch der infizierten Mutterhündin


Symptome

Wurmbäuche (Welpen), Durchfall oder Verstopfung, Lungenerkrankung (Husten)


Prophylaxe

-

Entwurmung der befallenen Mutterhündin


Therapierbar

ja


Zoonose

ja


19. GIARDIEN


Giardien sind die häufigsten Darmparasiten neben den Spulwürmern. Sie sind unter Hundehaltern sehr gefürchtet, da die Parasiten sehr hartnäckig sind und meist mehrere Behandlungen nötig sind (was keine Panik verursachen soll, denn auch Giardien sind behandelbar). Bis zu 70 % der Welpen und Junghunde sind heutzutage von Giardien befallen.


Infektion

parasitär


Übertragung

durch Oozyten (eine Art Eier)


Symptome

symptomlos bis blutiger Durchfall, Fieber, Unwohlsein


Prophylaxe

-


Therapierbar

ja


Zoonose

ja


Bonnie nach einem Giardien-Befall in 2017

Im nächsten Teil geht es weiter mit den Mykosen Trichophytie und Mikrosporie.

HINWEIS

Ich bin keine Tierärztin und dieser Beitrag ersetzt keinen Arzttermin oder eine Impfberatung. In meiner Hundetrainerausbildung waren auch Infektionskrankheiten ein Thema und ich möchte mit dieser Blog-Reihe interessierten Hundehalter/innen lediglich einen Überblick geben.


Impfempfehlungen findet ihr beim Tierärzteverband (www.tieraerzteverband.de). Einreisebestimmungen findet ihr unter www.petsontour.de. Bitte wendet euch an die Tierärzte eures Vertrauens und nutzt meine Blog-Reihe nur als Übersicht über die wichtigsten Infektionskrankheiten.


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