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Probleme beim Autofahren

Nicht jeder Hund kann problemlos Auto fahren. Im Folgenden möchte ich euch einen kleinen Überblick über die häufigsten Probleme rund ums Autofahren geben – inklusive der möglichen Ursachen und den jeweiligen Trainingsansätzen.

WELCHE PROBLEME GIBT ES BEIM AUTOFAHREN?

  • Übelkeit / Erbrechen

  • Vokalisieren

  • Unruhe

  • Jagdverhalten / Hüteverhalten

  • Aggressionsverhalten

Pixabay License: Free-Photos

ÜBELKEIT / ERBRECHEN WÄHREND DER AUTOFAHRT

Übelkeit, oftmals einhergehend mit Erbrechen, ist das häufigste Problem, das Hunde beim Autofahren haben. Die Ursache hierfür ist die uns Menschen bekannte Kinetose, d. h. die durch Bewegungen verursachte Form der Übelkeit (daher auch Reise- oder Bewegungskrankheit genannt). Diese körperliche Reaktion wird durch eine Störung des Gleichgewichts hervorgerufen, nicht durch einen „empfindlichen Magen“, was viele Hundehalter vermuten (weshalb auch kein Fasten vor Autofahrten hilft).

Um dieses Problem zu lösen ist es am allerwichtigsten, die Übelkeit selbst zu bekämpfen bzw. zu verhindern. In diesem Fall helfen (leider) nur Medikamente. Daher sollte man sich bei diesem Problem an einen kompetenten Tierarzt wenden, der dem Hund sofort-wirkende Medikamente gegen die Übelkeit (nicht nur gegen Erbrechen!) verschreibt. Sodann sollte beim Hund die negative Verknüpfung zwischen Auto(fahrt) und Übelkeit abgebaut werden und eine Gewöhnung an die Fahrtbewegung schrittweise aufgebaut werden.

„Wenn ich täglich mit meinem Hund Auto fahre, gewöhnt er sich irgendwann dran und ihm wird nicht mehr schlecht.“

Das denken viele… Leider. Denn eine solche Gewöhnung ist recht unwahrscheinlich, da eine Gewöhnung bei Hunden nur stattfinden kann, solange sich der Hund in der jeweiligen Situation wohlfühlt. Bei Übelkeit bis hin zu Erbrechen fühlt sich kein Hund wohl und kann sich entsprechend nicht an das Autofahren gewöhnen – zumindest nicht ohne unsere Hilfe.

Pixabay License: pruzi

VOKALISIEREN WÄHREND DER FAHRT

Ein weiteres Problem, das häufig auftritt, ist das sogenannte Vokalisieren, sprich Bellen, Winseln, Jaulen oder Kreischen während der Autofahrt. Dies kann zum einen aufmerksamkeitsheischendes Verhalten darstellen. Zum anderen kann es auch ungünstiges Training als Ursache haben, d. h. der Hund hat gelernt, dass mehr und/oder lauteres Schreien dazu führt, dass er eher aus dem Auto kommt und dieses Verhalten unabsichtlich verstärkt wurde. Der häufigste Grund von Vokalisieren ist jedoch die erlernte Erwartungshaltung des Hundes, wenn es beispielsweise zur Lieblingswiese oder in den Wald zum Spazieren geht. Dieses Problem beginnt meist harmlos und die Halter denken sich nichts bei leisem Gefiepse, doch meist steigert sich die positive Erregungslage des Hundes von Fahrt zu Fahrt und ‚plötzlich‘ ist das Problem unüberhörbar.

Vokalisieren während dem Autofahren trainiert man, indem man die Erwartungshaltung des Hundes ändert, d. h. das Autofahren endet nicht mehr an tollen Zielen (tolle Spaziergänge etc.) und auch die Fahrt selbst wird ‚langweilig‘. Ruhige Autofahrten ohne Stress und Erwartungen sollten schrittweise aufgebaut werden, bestenfalls in Zusammenhang mit einer Ruhedecke oder einer vertrauten Box (und vor allem auch einer ruhigen Ausstrahlung des Halters, der bei dem entstehenden Lärm cool bleiben muss). Wichtig für das Training ist, die Fahrt abzubrechen, sobald der Hund nur einen Ton von sich gibt (egal, welcher Art und in welcher Lautstärke). Das klingt sehr anstrengend für den Halter – und ist es auch. Bei diesem Problem ist viel Geduld und Konsequenz gefragt, doch auch hier macht sich die Mühe und das Training bezahlt.


UNRUHE WÄHREND DER FAHRT

Es kommt auch oft vor, dass Hunde während dem Autofahren unruhig sind. Dies kann auf Probleme im Bewegungsapparat des Hundes deuten. Alternativ kann auch die Unterbringung im Fahrzeug problematisch für den Hund sein (z. B. offen im Kofferraum oder in einer wackeligen Box) bzw. kann es zu einer Reiz-Verknüpfung führen, die den Hund in eine hohe Erregungslage versetzt. Dies können gewisse Vibrationen sein, Geräusche oder auch elektrische Impulse.

Wenn die Ursache der Unruhe gefunden ist, sollte wie beim Vokalisieren eine ruhige Fahrt schrittweise aufgebaut werden. Auch hier empfiehlt sich eine Ruhedecke oder eine Box zur Unterstützung und ggf. auch ein 'Umzug' auf einen anderen Platz im Auto.

Pixabay License: TessDeGroot


HÜTE- ODER JAGDVERHALTEN

Eine größere ‚Unruhe‘ stellt Hüte- oder Jagdverhalten während der Autofahrt dar. Das klingt im erstem Moment übertrieben, doch gibt es tatsächlich Hunde, die im Auto andere Autos, Menschen oder Tiere hüten bzw. jagen möchten.

In solchen Fällen sollte der hütende oder jagende Hund ohne jegliche Sichtreize im Auto untergebracht werden, bestenfalls in einer blickdichten Box. Wie bei den anderen Problemen sollte schrittweise trainiert werden, dass der Hund ruhig Auto fährt und nichts und niemanden mehr hüten oder jagen will (und es auch nichts und niemanden zu hüten oder jagen gibt).


AGGRESSIONSVERHALTEN IN/UM DAS AUTO

Zuletzt können Hunde beim Autofahren auch Aggressionen entwickeln. Hierfür gibt es drei Ursachen: Ressourcenverteidigung, Territorialverhalten oder eine Reaktion auf eine Bedrohung (ein sich nähernder Mensch beispielsweise).

Bei Aggressionsverhalten im Auto gilt es mithilfe klassischer Konditionierung die entstandene negative Emotion des Hundes abzubauen. Zusätzlich sollte ein positives Alternativverhalten trainiert werden. Oftmals hilft es auch, die Unterbringung im Auto zu wechseln (z. B. ein Umzug von der Rückbank in den Kofferraum), ggf. auch die Unterbringung in der bereits erwähnten blickdichten Box.


Pixabay License: Pexels

Aus Neugierde habe ich eine Umfrage auf Facebook gestartet. 315 Personen haben die Probleme angegeben, die ihre Hunde beim Autofahren haben. Auch wenn dies natürlich nur eine mini Statistik für mich ist, fand ich es doch sehr interessant, dass über die Hälfte (58,1 %) der 315 Hunde tatsächlich Probleme beim Autofahren haben, und zwar:

21,9 % allgemeine Unruhe

17,8 % Übelkeit/Erbrechen

16,8 % Vokalisieren

1,3 % Hüteverhalten / Jagdverhalten 0,3 % Aggressionsverhalten


Ergebnisse einer Umfrage innerhalb zwei Facebook Hundegruppen, Details auf Anfrage


RECHTLICHE GRUNDLAGE

Laut §23 StVO muss ein Hund im Auto sicher transportiert werden. Hierfür gibt es spezielle Anschnallgurte für die Rückbank und Transportboxen sowie Absperrgitter für den Kofferraum. Wichtig ist, dass jedes System TÜV-geprüft ist. Ein ungesicherter Hund im Auto gefährdet euch, andere und vor allem euren eigenen Hund. Meine Hündin würde sicher lieber auf meinem Schoß Auto fahren statt angeschnallt hinten auf der Rückbank sitzen – aber Sicherheit geht nun mal vor.



FAZIT

Viele Hunde haben Probleme beim Autofahren: angefangen bei Übelkeit und Erbrechen über Unruhe und Vokalisieren bis hin zu Jagd- oder Hüteverhalten, in manchen Fällen auch Aggressionsverhalten. Die Prognosen bei allen Problemen rund ums Auto sind glücklicherweise günstig – und je früher mit dem jeweiligen Training begonnen wird, umso besser!


Pixabay License: Charly_7777

#Autofahren #Problemverhalten #Training