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Wie hängen Schilddrüse und Verhalten zusammen?


DIE SCHILDDRÜSE BEI HUNDEN

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ im Halsbereich, dicht am Kehlkopf. Als Hormondrüse produziert die Schilddrüse Hormone wie Thyroxin T4, Trijodthyronin T3, Reverses T3 und Kalzitonin. Das sogenannte T3 und T4 beeinflusst den Zellstoffwechsel und wirkt auf alle Körperzellen – daher sind diese Schilddrüsenhormone auch für das physische und psychische Wohlbefinden äußerst wichtig.


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SCHILDDRÜSENÜBERFUNKTION

Eine Schilddrüsenüberfunktion bedeutet eine höhere Aktivität und somit auch einen höheren Grundumsatz des Stoffwechsels. Beim Hund äußert sich dies durch

  • Hohe Puls- / Atemfrequenz

  • Hecheln

  • Unruhe / Nervosität

  • Erregbarkeit

  • Schreckhaftigkeit

  • Schwäche

  • Müdigkeit

  • Polydipsie

  • Polyurie

  • Heißhunger

  • Übermäßiger Kotabsatz

  • Aufsuchen von kühlen Plätzen


SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es zu einem reduzierten Stoffwechsel. Die Symptome sind sehr vielfältig, unter anderem gehören dazu:

  • Trockenes, brüchiges, glanzloses Fell

  • Haarausfall

  • Hautinfektionen

  • Juckreize

  • Schuppenbildung

  • Farbveränderung am Fell

  • Antriebslosigkeit

  • Lustlosigkeit

  • Übermäßiger Hunger

  • Fettsucht bei gleicher Futterration

  • Aufsuchen von Wärme


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SCHILDDRÜSE UND VERHALTEN

Wie bei uns Menschen beeinflussen Hormone das Verhalten bei Hunden. Die Schilddrüsenhormone wirken direkt auf das Gehirn und andere Organsysteme. So haben die Schilddrüsenhormone T3 beispielsweise einen sehr anregenden Effekt auf die Hirnfunktionen von Hunden. Stress zum Beispiel führt aufgrund des Adrenalins und der Ausschüttung von Cortisol zum Absinken von T3 (Trijodthyronin), T4 (Thyroxin) und TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon). Dass Dauerstress in vielerlei Hinsicht schädlich für den Hund ist, ist klar – aber auch hinsichtlich der Schilddrüse stellt dauerhafter Stress ein Problem dar: durch die ungünstige Beeinflussung des Immunsystems werden u. a. Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe gebildet.



VERDACHT EINER

SUBKLINISCHEN SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist bei Hunden viel häufiger als eine Schilddrüsenüberfunktion. Oftmals treten Verhaltensänderungen auf und nur selten denken Halter an die Schilddrüse. Natürlich ist nicht jedes auftretende Verhaltensproblem eines Hundes auf die Schilddrüse zu schieben, doch bei folgenden Symptomen sollte man durchaus die Schilddrüsenwerte untersuchen lassen:

  • Unterwürfigkeit / Angstverhalten

  • Depression

  • Aggressionsverhalten

  • Reizbarkeit / Nervosität

  • Apathie / Trägheit / viel Schlaf

  • Stimmungsschwankungen

  • Persönlichkeitsveränderungen

  • Zwangsverhalten

  • Tunnelblick / Unansprechbarkeit

  • Lernschwierigkeiten

  • Konzentrationsschwäche / Unaufmerksamkeit

Schilddrüsen-Fehlfunktionen entwickeln sich schleichend. Die ersten Symptome äußern sich im Verhalten des Hundes und nicht etwa durch körperliche Anzeichen.


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WELCHE WERTE SOLLTE MAN UNTERSUCHEN LASSEN?

  • T4 (Thyroxin)

  • fT4 (freies Thyroxin)

  • T3 (Trijodthyronin)

  • fT3 (freies Trijodthyronin)

  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

  • Cholesterol

  • TAK (Thyreoglobulin-Antikörper)

  • T4 AK (Thyroxin-Antikörper)

  • T3 AK (Trijodthyronin-Antikörper)

REFERENZWERTE (NACH DR. ANGELA BARTELS)

  • T4: min. 1,5 µg/dl | max. 4,5 µg

  • fT4: mind. 0,6 ng/dl | max. 3,7 ng/dl

  • T3: mind. 20 ng/dl | max. 206 ng/dl

  • fT3: < 0,1 ng/dl / < 1 pg/ml

  • TSH: mind. 0,02 ng/dl | max. 0,4 ng/dl

  • Cholesterol: mind. 120 mg/dl | max. 390 mg/dl

  • TAK: Negativ-Kontrolle: 0,149 U/ml | Positiv-Kontrolle: 1,209 U/ml

Bei einem ersten Verdacht auf eine Schilddrüsen-Fehlfunktion reicht es meist erst einmal T4, T3 und Antikörper untersuchen zu lassen. Bei Auffälligkeiten kann man dann die restlichen Werte untersuchen lassen (solche Laboruntersuchungen sind nämlich nicht gerade günstig).




DIE SCHILDDRÜSE ALS AUSREDE?


Während ich mich mit dem Thema Schilddrüse bei Hunden auseinandergesetzt habe, las ich oft über Schilddrüsen-Fehlfunktionen als Trainings-Ausreden.

Natürlich ist nicht jedes Verhaltensproblem eines Hundes auf die Schilddrüsenwerte zu schieben und genauso wenig dient die Schilddrüse als Ausrede für das Auslassen von Training. Dennoch ist eine Schilddrüsen-Fehlfunktion eine nicht selten auftretende Erkrankung, die durchaus ernst genommen werden sollte.

...und nein, mein kleiner Angsthase leidet nicht unter einer Schilddrüsenunterfunktion. Ihre Unsicherheit und Angst sind auf ihre Deprivation zurückzuführen und da hilft nur Training, Training, Training.


Alexandra Dusin Fotografien

#Schilddrüse #Problemverhalten #Gesundheit