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Gehen an lockerer Leine


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Leinenführigkeit - was das ist, wissen nicht viele Hunde. Wieso? Sie kennen es nicht! Ich wage sogar zu behaupten, dass die meisten Hunde nie gelernt haben, an lockerer Leine zu laufen – oder anders gesagt, sie haben gelernt, an der Leine zu ziehen. Schuld daran sind… wir.


Sind wir von Anfang an stehengeblieben, wenn unser Hund angefangen hat zu ziehen? Respekt an die, die das von Beginn an konsequent durchgezogen haben! Ich konnte das nicht. Und wie ich das in den letzten Jahren beobachtet habe, geht es sehr, sehr vielen HundehalterInnen auch so.


Was ich leider auch oft beobachte: dem Hund wird ein Halsband angezogen und es wird an der Leine geruckt, sobald der Hund zieht. Das ist eine Form von positiver Strafe für den Hund (wovon ich mich ganz klar distanziere) und schädigt noch dazu die Wirbelsäule, die Halsmuskulatur und den Kehlkopf des Hundes. Fast so schlimm ist auch, dass der Hund durch den Ruck an der Leine nicht lernt, an lockerer Leine zu laufen, sondern lediglich vorsichtiger wird, aus Angst, es könne bald wieder rucken. Zumal der Ruck am Hals des Hundes nicht nur beim Anblick wehtut…


Genauso kontraproduktiv für die Leinenführigkeit ist das Laufen mit einer Ausziehleine. Hiermit lernt der Hund regelrecht, ziehen zu müssen, um weiter zu kommen (zumindest habe ich bisher nur Menschen gesehen, die entweder der Leine nachgeben oder den Hund dauerhaft ziehen lassen). Bei kleinen Hunden fällt dies weniger auf, bei größeren, kräftigeren umso mehr.


Pixabay License: ferobanjo


WIE TRAINIERE ICH LEINENFÜHRIGKEIT?


Ganz einfach: das unerwünschte Verhalten, d.h. das Ziehen an der Leine, wird nicht mehr von uns verstärkt. Stattdessen laufen wir nur noch weiter, wenn die Leine locker ist.


Es ist tatsächlich so einfach, wie es klingt – man muss nur konsequent sein… und daran hapert es meistens. Dann wechselt man TrainerIn bzw. die Hundeschule und greift zu positiv bestrafenden Maßnahmen wie den Leinenruck, Sprühhalsbänder oder gar Würgehalsbänder.

Auch wenn es noch immer HundehalterInnen und (leider) auch HundetrainerInnen gibt, die mich als sogenannte "Wattebauschwerferin" bezeichnen, bleibe ich dabei:


Wer eine gute Beziehung zu seinem Hund möchte und vernünftig genug ist, keine Einschüchterung und Gewalt im Hundetraining einzusetzen, trainiert mit positiver Verstärkung und belohnt den Hund, wenn er erwünschtes Verhalten (wie das Laufen an lockerer Leine) zeigt - statt ihn bei unerwünschtem Verhalten zu bestrafen.


Pixabay License: MabelAmber


KEINE AUSREDEN….


Ein Hund kann das Laufen an lockerer Leine lernen – auch wenn er bereits seit Jahren schon zieht (im ungünstigsten Fall schon ab dem Welpenalter). Mit richtigem Training, Konsequenz und Geduld - sehr viel Geduld - kann jeder Hund lernen, an lockerer Leine zu laufen.