Amazon.de Widgets

Hilfsmittel im Hundetraining

Im Hundetraining benutzt jeder Hilfsmittel. Man denkt hier wahrscheinlich als erstes an die bekannten Trainingswerkzeuge wie den Clicker, doch allein schon das Halsband oder das Brustgeschirr gelten als Trainingshilfsmittel.

Pixabay License: AlainAudet


Im Folgenden möchte ich euch einen

Überblick über die gängigsten Hilfsmittel im Hundetraining

geben:



LEINEN

Es gibt viele verschiedene Arten an Leinen*, die sich nicht nur in ihrer Länge und ihrem Material unterscheiden: von der klassischen Führleine über Kurzführer, Ablaufleinen, Retrieverleinen (auch Moxonleinen genannt) bis hin zu Flexi Rollleinen und Schleppleinen. Hier kommt es ganz auf das Trainingsziel, den Trainingsort und die persönliche Präferenz des Menschen an. Ich persönlich bin ein Fan von Biothane-Leinen, da das lederähnliche Material sehr leicht, reißfest und langlebig ist. Biothane nimmt zudem keine Flüssigkeit auf und ist leicht zu reinigen. Meine Hündin Bonnie hat mehrere Leinen aus diesem tollen Material - als 1,20 m Führleine wie auch als 3 m und 5 m Schleppleine.



HALSBÄNDER & GESCHIRRE


Ob ein Hund ein Halsband oder ein Brustgeschirr* tragen soll wird oft diskutiert. Im Allgemeinen ist es so, dass Geschirre (sofern sie richtig sitzen) die Wirbelsäule, die Halsmuskulatur und den Kehlkopf des Hundes schonen, während Halsbänder schnell die Luft abdrücken, sobald Hund oder Mensch beginnen an der Leine zu ziehen.


Es liegt am Training, der Leinenführigkeit und am Ermessen des Halters, ob ein Halsband nun gesundheitsschädlich für den Hund ist oder nicht. Solange ein Halsband nicht eng anliegt, keinen Würgemechanismus hat (Halsbänder ohne sogenannten Zugstop), keine Stacheln besitzt und keine Stromschläge verpasst (was zum Glück vom Gesetz her verboten ist!), ist ein Halsband in der Theorie unproblematisch. In der Praxis kann es allerdings schnell passieren, dass Hund oder HalterIn an der Leine zieht und dies kann dann sehr wohl dem Hund schaden. Ich persönlich rate daher zu Y-Brustgeschirren, am liebsten die von anny•x oder alternativ maßgeschneiderte Geschirre.




💡 Brustgeschirr Passform-Check für eure Hunde

  1. Das sogenannte "Y" des Geschirrs sollte so auf dem Brustbein des Hundes liegen, dass Schultern und Kehlkopf frei sind.

  2. Der Brustgurt sollte so sitzen, dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird, d.h. der Abstand zu den Vorderbeinen sollte groß genug sein.

  3. Zwischen dem Brustgurt und der Brust des Hundes sollten ungefähr zwei Finger passen (so sitzt das Geschirr nicht zu locker und nicht zu fest).

  4. Der Brustgurt sollte auf dem Rippenbereich liegen, nicht dahinter.

  5. Der Steg des Geschirrs sollte unter der Brust auf dem knöchernen Brustbein enden, nicht dahinter.

Alexandra Dusin Fotografien


CLICKER


Ein Clicker* ist ein tolles Werkzeug, das erwünschtes Verhalten des Hundes punktgenau einfängt. Als sekundärer Verstärker kündigt der Clicker einen primären Verstärker (wie beispielsweise Futterbelohnungen) an. HundetrainerInnen, die mit positiver Verstärkung arbeiten, nutzen meist Clicker bzw. Markersignale, da so erwünschtes Verhalten von Hunden druck- und gewaltfrei verstärkt werden kann.


Wieso man einen Clicker im Hundetraining benutzen sollte und wie genau man diesen trainiert könnt ihr im Beitrag "Was ist Clickertraining?" lesen.


HUNDEPFEIFE


Pfeifen* werden meist für den Rückruf eingesetzt. Es gibt sie mit unterschiedlichen Frequenzen und aus verschiedenen Materialien. Am gängigsten (und meiner Meinung nach auch am einfachsten) sind ACME Hundepfeifen, die sich allesamt gleichanhören und so leicht trainiert werden können. Sie haben die standardisierte Tonhöhe 211,5; es gibt sie in verschiedenen Farben und auch schöne, passende Pfeifenbänder dazu.




FUTTER



Belohnungen sollten generell die Bedürfnisse des Hundes befriedigen. Je nach Situation variieren diese und können z.B. Spielen, Rennen oder Buddeln sein. Meist eignet sich auch Futter* als tolle Belohnung im Training. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass es hochwertiges Futter ist und nicht beispielsweise das vergleichsweise 'langweilige' Trockenfutter, welches es ohnehin täglich zuhause gibt. Oftmals ist die Futterbelohnung, die wir Menschen uns aussuchen, tatsächlich eine andere als die, die sich unser Hund aussuchen würde. Es gilt daher das passende Futter für unseren Hund zu kennen und einzusetzen - so klappt das Training mit dem Hund viel besser.




FUTTERSPENDER















Futterbelohnungen müssen auch transportiert werden. Kekse und andere feste Belohnungssnacks kann man in sogenannten Futterbeuteln transportieren. Flüssigere Belohnungen hingegen kann man in befüllbaren Tuben transportieren und verabreichen oder alternativ fertig im Handel kaufen.*




TARGETS


Im Training mit einem Target* lernt der Hund, mit einem Körperteil (z.B. Nase oder Pfote) einen Gegenstand (das Target) zu berühren. Hierfür gibt es spezielle sogenannte Targetstäbe, doch kann man generell jeden Gegenstand hierfür nutzen. Wir nutzen zum Beispiel als Bodentarget das UNDERBAR Sitzkissen von IKEA und zum Aufsteigen den Hocker FÖRSIKTIG.


Es gibt bestimmt noch einige weitere Hilfsmittel im Hundetraining, die ich nicht aufgelistet habe. Die genannten Hilfsmittel sind die (meiner Meinung nach) bekanntesten und sollen einen ersten Überblick darüber geben, was es alles an Trainingshilfsmitteln gibt. Manchen Hundehaltern reicht Halsband und Leine, andere haben eine ganze Palette an verschiedenen Hilfsmitteln und nutzen allein im Targettraining zehn verschiedene Gegenstände. Im Grunde kann hier jeder kreativ sein und sich alles Mögliche als Hilfsmittel im Hundetraining nehmen - solange diese Mittel tierschutzkonform sind.


Hilfsmittel jeglicher Art dürfen dem Hund keinen Schmerz zufügen oder ihn in seinem Wohlbefinden einschränken, wie etwa das grauenhafte Stachelhalsband. Es ist traurig, dass ich das an dieser Stelle hinzufügen muss, aber es gibt nach wie vor Hilfsmittel zu kaufen, die den Hund einschüchtern und erschrecken. Die Klassiker hier sind Wurfketten, Wurfdiscs, Rappeldosen, Sprühhalsbänder und Wasserflaschen bzw. Spritzpistolen. ​Dies sind allesamt aversiv wirkende Hilfsmittel und werden als positive Strafe eingesetzt. Dass ich von solchen Schreckreizen nichts halte, da sie den Hund regelrecht ängstigen, habe ich bereits im Beitrag "Wieso man OHNE Schreckreize trainieren sollte" dargestellt. Wer diese veralteten Hilfsmittel heutzutage noch benutzt ist zum einen zu faul zu trainieren, zum anderen einfach nur ignorant...

"Um Schreckreize als effektive Trainingsmaßnahme einzusetzen benötigt man drei Fähigkeiten: ein tiefes Verständnis des Hundeverhaltens, ein tiefes Verständnis der Lerntheorie und tadelloses Timing. Und wenn man alle drei hat, dann braucht man keine Schreckreize."

Dr. Ian Dunbar

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten.

Wo, wann und wie du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.