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Die wichtigsten Infektionskrankheiten bei Hunden I

Innerhalb meiner Hundetrainerausbildung durfte ich auch lernen, was es alles für Infektionskrankheiten bei Hunden gibt. Auch wenn ich keine Tierärztin bin oder werde, finde ich einen groben Überblick interessant - sowohl für Trainer/innen als auch für Hundehalter/innen.

Pixabay License: Monoar

Infektionskrankheiten bei Hunden können durch Viren (viral), durch Bakterien (bakteriell) und durch Pilze (Mykosen) übertragen werden. Ohne euch Empfehlungen für Impfungen o.ä. zu geben (wie gesagt, Trainerin, keine Ärztin), möchte ich euch im Folgenden einen Überblick über die 20 wichtigsten Infektionskrankheiten bei Hunden geben:


angefangen bei den viralen Infektionskrankheiten (Tollwut, Staupe, Parvovirose, Hepatitis, Herpes) und den bakteriellen Infektionskrankheiten (Zwingerhusten, Leptospirose, Tetanus, Salmonellose, Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose) über parasitäre Infektionskrankheiten (Babesiose, Leishmaniose, Hepatozoonose, Fuchsbandwurm, Hundebandwurm, Spulwürmer, Giardien) bis hin zu den Mykosen (Trichophytie, Mikrosporie).


Im ersten Teil dieser Blog-Reihe möchte ich euch die wichtigsten viralen Infektionskrankheiten kurz vorstellen:


1. TOLLWUT


Tollwut ist eine der bekanntesten und zugleich gefährlichsten Infektionskrankheiten. Sie wird durch das Rabiesvirus hervorgerufen, ist weltweit verbreitet und verläuft in jedem Falle tödlich. Jährlich sterben circa 55.000 Menschen an Tollwut; eine Erkrankung an Tollwut ist anzeigepflichtig.


Infektion

viral (durch Viren)


Übertragung

oral (durch Speichel)


Symptome

Wesensveränderung (z.B. plötzlich aggressiv) > Verhaltensstörungen > Krampfanfälle, Schluckbeschwerden > Lähmungen > Tod

Prophylaxe

Tollwut-Impfung

Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. Eine gültige Impfung ist nur vorgeschrieben, wenn man mit dem Hund in ein anderes Land (inkl. den tollwutfreien EU-Ländern) reist. Hier darf die Impfung max. 12 Monate zurückliegen.

Therapie

Eine Therapie bei Tollwut ist nicht erlaubt. Bei einem Verdacht auf Tollwut werden Tiere (in der Regel) eingeschläfert, da eine Diagnose erst nach dem Tod möglich ist (Nachweis am Gehirn).

Zoonose

Tollwut ist eine Zoonose, d.h. sie kann von einem Tier auf uns Menschen übertragen werden

Shutterstock License

2. STAUPE


Staupe ist eine weitere sehr bekannte und virale Infektionskrankheit, die durch das Canine Staupevirus hervorgerufen wird (eng verwandt mit dem menschlichen Masernvirus).


Infektion

viral (durch Viren)

Übertragung

oronasal (über Mund und Nase, durch Speichel)

Symptome

Durchfall, Zahnschmelzdefekte, Hirnhautentzündung, Lungenentzündung

Staupe verläuft meist tödlich; überlebende Hunde haben ein sogenanntes Staupegebiss (braune, 'angefressene' Zähne)

Prophylaxe

Impfung

Therapierbar

nicht direkt, nur die Sekundärinfektion ist behandelbar

Zoonose

Staupe ist keine Zoonose, d.h. sie kann nicht von einem Tier auf uns Menschen übertragen werden

Pexels License: Fancycrave.com

3. PARVOVIROSE


Parvovirose wird durch das Canine Parvovirus hervorgerufen und ist hoch-ansteckend. Die Viren sind sehr widerstandsfähig und speziesübergreifend, d.h. Hunde und Katzen können sich beispielsweise gegenseitig infizieren.


Infektion

viral (durch Viren)

Übertragung

oral (über Kot)

Symptome

Fieber, Erbrechen, massiver und blutiger Durchfall, Tod

Prophylaxe

Impfung

Therapierbar

ja

Zoonose

nein

Pixabay License: RSunset

4. HEPATITIS


Hepatitis (Hepatitis Contagiosa Canis) ist eine Leberentzündung, die durch das Canine Adenovirus hervorgerufen wird. Hepatitis ist sehr ansteckend für Hunde, tritt heutzutage aber nur noch selten auf.


Infektion

viral (durch Viren)

Übertragung

oronasal (über Blut und Urin)

Symptome

Fieber, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht, Bindehautentzündung, Atemwegssymptome, Leberschwellung, Nierenschaden, Gehirnblutungen, Tod

Prophylaxe

Impfung

Therapierbar

ja

Zoonose

nein

Pexels License: freestocks.org

5. HERPES


Das Canine Herpesvirus (CHV) führt zu einer Fruchtbarkeitsstörung der Mutterhündin, was wiederum zum Sterben der Welpen führt.

Infektion

viral (durch Viren)

Übertragung

Nasen- und Vaginalsekret bei der Geburt

Symptome

Mutterhündin: Fruchtbarkeitsstörung

Welpen: Tod (Todgeburt oder frühes Sterben)

Prophylaxe

Impfung der Zuchthündin

Therapierbar

nein

Zoonose

nein

Pixabay License: qimono

Im nächsten Teil geht es weiter mit den bakteriellen Infektionskrankheiten Zwingerhusten, Leptospirose, Tetanus und Salmonellose.

HINWEIS


Ich bin keine Tierärztin und dieser Beitrag ersetzt keinen Arzttermin oder eine Impfberatung. In meiner Hundetrainerausbildung waren auch Infektionskrankheiten ein Thema und ich möchte mit dieser Blog-Reihe interessierten Hundehalter/innen lediglich einen Überblick geben.


Impfempfehlungen findet ihr beim Tierärzteverband (www.tieraerzteverband.de). Einreisebestimmungen findet ihr unter www.petsontour.de. Bitte wendet euch an die Tierärzte eures Vertrauens und nutzt meine Blog-Reihe nur als Übersicht über die wichtigsten Infektionskrankheiten.