Amazon.de Widgets Beschwichtigungssignale bei Hunden
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Beschwichtigungssignale

"Gähnt ein Hund, ist ihm langweilig."
"Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, freut er sich."
"Schleckt sich ein Hund über die Schnauze, hat er Hunger."

Diese Sätze dürfen von Nicht-Hundehaltern kommen¹, aber nicht von tatsächlichen Hundehaltern. Leider erlebe ich viel zu oft, dass viele ihre Hunde schlichtweg nicht lesen können. Zu den häufigsten Fehlinterpretationen der hündischen Körpersprache gehören definitiv das Gähnen und das Schwanzwedeln.

(¹ mein Beileid übrigens an dieser Stelle – ein Leben ohne Hund muss schrecklich sein)

Schwanzwedeln bedeutet nicht immer Freude;

Gähnen ist nicht immer ein Zeichen von Müdigkeit.

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Ein bedeutender Teil der hündischen Körpersprache bilden die sogenannten Beschwichtigungssignale (Calming Signals). Dieser Begriff stammt von der norwegischen Hundetrainerin Turid Rugaas und hat sich mittlerweile weltweit etabliert. Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über diese körperlichen Signale bei Hunden geben.

Was sind Beschwichtigungssignale?

Beschwichtigungssignale bezeichnen die körperlichen Anzeichen, dass ein Hund sich in einem Konflikt befindet. Es handelt sich hierbei um ein genetisch fixiertes Verhalten, welches nicht bewusst vom Hund gesteuert wird. Der Hund setzt diese Signale also nicht absichtlich ein, sondern sie sind Reaktionen des Nervensystems. Wie der Begriff sagt sollen diese Signale beschwichtigen, d. h. beruhigen (sich selbst, anderen Hunde oder Menschen) und somit Angst und/oder Stress abbauen. Gleichzeitig sollen so Konflikte verhindert werden, quasi als Vorbeugungsmaßnahme gegen Bedrohungen und Probleme.


Typische Situationen, in denen Hunde Beschwichtigungssignale einsetzen sind die, in denen urplötzlich ein fremder Hund stürmisch angerannt kommt. Oder wenn ein fremder Mensch direkt auf den Hund zuläuft, sich über ihn beugt und/oder ihn einfach so anfasst. Hier wenden Hunde oft den Kopf ab. Wenn sie - unfreiwillig - fest umarmt werden (das machen wir HundehalterInnen ja aber niiieeee), können sie meist den Kopf nicht wegdrehen und blinzeln stattdessen mit den Augen oder blicken von einer Seite zur anderen.

Welche Beschwichtigungssignale gibt es?

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  • Abwenden des Kopfes

  • von einer Seite zur anderen blicken

  • Blinzeln mit den Augen

  • Lecken über die Schnauze

  • Gähnen

  • Erstarren / Einfrieren ("Freeze")

  • Langsame Bewegungen

  • Schwanzwedeln

  • Abwenden / dem Gegenüber das Hinterteil zudrehen

  • Tiefstellung des Vorderkörpers (nicht zu Verwechseln mit der Spielhaltung bzw. Spielaufforderung!)

  • Hinsetzen

  • Hinlegen

  • Schnüffeln

  • Anheben einer Pfote

  • Markieren

  • einen Bogen gehen (nicht direkt auf Mensch/Hund zugehen)

  • Splitten (dazwischengehen)

  • Übersprungsverhalten (plötzlich etwas anderes tun, was nicht wirklich zur Situation passt; in einer angespannten Situation z. B. plötzlich zum Spiel auffordern oder sich kratzen)


Das heißt nicht, dass jedes Hinsetzen eines Hundes ein Signal zum Beschwichtigen ist. Genauso kann Schwanzwedeln durchaus ein Zeichen von positiver Erregung (Freude) sein. Es ist daher wichtig, den gesamten Körper des Hundes zu beachten und selbstverständlich auch die jeweilige Situation, in der sich der Hund befindet.

Ein Hund zeigt oftmals auch nicht nur ein einzelnes Signal, sondern mehrere. Meine Hündin beispielsweise setzt bis zu fünf Signalen in derselben Situation ein: sie erstarrt, leckt sich die Schnauze, hebt ihre rechte Pfote (immer die rechte), blinzelt und gähnt als hätte sie seit Tagen nicht geschlafen.

Wenn man die hündische Körpersprache verstanden hat und seinen Hund aufmerksam im Alltag beobachtet (vor allem in Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen), lernt man schnell zwischen den einzelnen Signalen zu unterscheiden. So muss man sich zum Beispiel nicht mehr wundern, warum Gewitter den Hund so unglaublich "müde" macht, dass er dauernd gähnen muss.

Wenn ihr neugierig geworden seid, empfehle ich euch das Buch von Turid Rugaas

Die Beschwichtigungssignale der Hunde:


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