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Wie kommunizieren Hunde?


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Hunde kommunizieren immer. Auch wenn viele Hundehalter dies nicht sehen oder verstehen können. „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick). Und dies gilt genauso für Menschen wie auch für Hunde.


Hunde kommunizieren über Gerüche, Berührungen, Geräusche und, allen voran, über ihr optisches Ausdrucksverhalten. Dies schließt Mimik (d.h. der Ausdruck des Gesichts) als auch Gestik (der Ausdruck des gesamten Körpers) ein.


Ganz wichtig (und doch oftmals unbeachtet) ist es, den ganzen Hund zu beobachten, d.h. jedes einzelne Körperteil in Verbindung mit dem gesamten Körper. Im Folgenden möchte ich daher auf die verschiedenen Ausdrucksverhalten der einzelnen Körperteile eingehen – angefangen bei den Ohren und der Stirn, über die Augen und die Schnauze bis hin zur Rute und den Rückenhaaren.



AUSDRUCKSVERHALTEN DER OHREN


Die Stellung der Ohren gibt uns Informationen über die Stimmungslage des Hundes. Die Ohren können angelegt und aufgestellt wie auch nach hinten und nach vorne gedreht werden. Je nach Rasse haben Hunde Stehohren, Kippohren, Stehkippohren, Schlappohren, Hängeohren oder kupierte Ohren (letzteres ist in Deutschland allerdings seit 1986 verboten!). Schlappohrige Hunde sind aufgrund der bedingten Drehfähigkeit in Bezug auf ihr Ausdrucksverhalten eingeschränkt.


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AUSDRUCKSVERHALTEN DER STIRN


Je nach Stellung der Ohren ändert sich auch das Ausdrucksverhalten der Stirn. Sind die Ohren nach hinten gelegt, ist die Stirnhaut glatt und faltenlos. Sind die Ohren nach vorne gelegt, ist die Stirnhaut entsprechend in Falten gelegt. Auch hinsichtlich der Stirn gibt es Einschränkungen im Ausdrucksverhalten einiger Rassen, deren Stirnhaut grundsätzlich in Falten gelegt ist.


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AUSDRUCKSVERHALTEN DER AUGEN


Die Augen sind ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel bei Hunden. Wie die Stirnhaut ändern sich auch die Augen je nach Stellung der Ohren. Sind die Ohren nach hinten gelegt, sind die Augen weit geöffnet. Sind die Ohren nach vorne gelegt, wirken die Augen hingegen kleiner. Wie auch bei den Ohren und der Stirn gibt es in Bezug auf die Augen Einschränkungen im Ausdrucksverhalten für einige Rassen, deren Haut um die Augen entweder zu straff oder zu locker ist.


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AUSDRUCKSVERHALTEN DER SCHNAUZE


Zur Schnauze eines Hundes gehört der Nasenrücken und die Lefzen. Der Nasenrücken kann glatt oder gekräuselt sein, während die Lefzen herunterhängen oder nach vorne oder hinten gezogen werden können. Je nach Stimmungslage können auch die Zähne sichtbar werden und der Lippenspalt rund oder spitz sein. Auch hier gibt es rassebedingte Einschränkungen, die die Kommunikation von Hunden erschwert.


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AUSDRUCKSVERHALTEN DER RUTE


Es gibt allerlei Rutenformen bei Hunden: kurz, lang, mittellang, kupiert (in Deutschland seit 1989 verboten!), geringelt, hängend, aufrecht tragend, eingeklemmt, bogenförmig, steif, wedelnd und von Geburt an kurz oder gar nicht vorhanden. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Rutenausprägungen (ob rassebedingt, kupiert oder angeboren) kann es auch hier zu Missverständnissen in der Kommunikation kommen.


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AUSDRUCKSVERHALTEN DER RÜCKENHAARE


Je nach Länge des Fells kann ein Hund bei Erregung seine Rückenhaare aufstellen. Generell können Rückenhaare normal anliegend sein, nach vorne oder nach hinten aufgerichtet oder komplett von vorne bis nach hinten aufgerichtet sein. Auch bezüglich des Ausdruckverhaltens der Rückenhaare kann es zu Einschränkungen und Missverständnissen kommen.

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AUSDRUCKSVERHALTEN DES KÖRPERS


Relevant ist auch das Ausdrucksverhalten des gesamten Körpers, d.h. die Statur, die Haltung, die Körperspannung, die Ausrichtung sowie die Haltung des Kopfes.


Oftmals erlebe ich, wie Hundehalter lediglich ein Körperteil ihres Hundes betrachten und daraufhin die emotionale Stimmung ‚bestimmen‘. Doch kann der Ausdruck im Gesicht beispielsweise etwas anderes aussagen als der Rest des Körpers. Tatsächlich müssen wir immer den ganzen Hund beobachten und interpretieren – die einzelnen Körperteile, den Körper selbst und auch den jeweiligen Kontext. Nur dann können wir richtige Aussagen über die Stimmung unserer Hunde machen.


DIE VIER GRUNDSTIMMUNGEN VON HUNDEN




DER NEUTRALE HUND


Ein neutraler Hund steht entspannt und aufgerichtet in der für seine Rasse typischen Art. Die Ohren sind entspannt und je nach Rasse aufgestellt oder nach vorne gelegt. Das Gesicht ist glatt, die Stirnhaut entspannt. Der Blick ist klar und der Kopf ist leicht angehoben. Die Lefzen hängen locker; das Maul ist entspannt geschlossen oder auch leicht geöffnet. Die Rute wird in rassetypischer Form getragen, meist leicht herabhängend. Das Gewicht des Hundes ist auf alle vier Beine verteilt.


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DER AUFMERKSAME HUND


Ein aufmerksamer Hund hat Ohren, Augen und Nase auf das jeweilige interessante Objekt gerichtet. Entsprechend ist auch der gesamte Körper dem Reiz zugewendet und die Muskulatur etwas angespannt. Der Kopf ist leicht gesenkt und die Stirnhaut etwas gerunzelt. Die Ohren sind nach vorne gedreht und aufgerichtet, während sich die Rute auf halber Höhe hin und her bewegt.


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DER SICHERE HUND


Wenn etwas die Aufmerksamkeit eines Hundes erregt hat und der Hund mit sicherem Verhalten reagiert, geht sozusagen alles bei ihm nach vorne. Das Körpergewicht ist klar nach vorne gelagert, die Ohren und auch die Augen sind nach vorne gerichtet. Der Blick des Hundes ist klar und auf den jeweiligen Reiz gerichtet. Die Stirnhaut ist leicht angespannt, die Maulspalte rund und verkürzt. Die Rute wird hoch getragen oder bewegt sich erhoben hin und her.


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DER UNSICHERE HUND


Wenn ein Hund hingegen unsicher auf einen Reiz reagiert, geht alles bei ihm nach hinten. Das Körpergewicht ist klar nach hinten verlagert, die Hinterbeine sind eingeknickt. Die Ohren sind nach hinten gelegt, die Augen wirken entsprechend groß. Die Stirnhaut ist glatt, die Maulspalte ist spitz und lang. Die Rute wird recht tief getragen und die Rückenhaare können aufgestellt sein.

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FAZIT


Hunde kommunizieren hauptsächlich über ihr optisches Ausdrucksverhalten. Um die emotionale Stimmung unserer Hunde interpretieren zu können, müssen wir stets den gesamten Körper (Haltung, Statur, Körperspannung, Ausrichtung, Haltung des Kopfes) inklusive aller Körperteile (Ohren, Stirn, Augen, Schnauze, Rute, Rückenhaare) wie auch den jeweiligen Kontext betrachten.




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